Unsere Erlebnisse bei den Falken

Lang sollen sie leben die Falken, oder ein langes Leben bei den Falken.

Uwe Thiel quvon Uwe Thiel

Als ich 1971 ein Wochenende in einem Zeltlager ,an der Fuchsmühle im Fichtelgebirge, mit den Falken verbrachte konnte ich nicht im geringsten erahnen wie weit diese Organisation mein weiteres Leb en prägen und wie weit , im Wortsinne, mich die Falken noch bringen werden.

Es war ganz simpel und für die Falken damals wie heute typisch, wir konnten in diesem Zeltlager Kinder sein und ziemlich viel machen was wir wollten. Was in meinem Fall „Feierla schiern“ bis zum abwinken oder „Schwamma sung“ bedeutete. Wenn dann mal ein Erwachsener oder Helfer , so heißen die Betreuer bei den Falken , vorbei kam und fragte was ich da mache gab es keinen Anschiss weil ich schon wieder an der Feuerstelle kokelte sondern eher den ein oder anderen fachlichen Tipp. Was mich als Kind sehr beeindruckt hat. Es entstand hier auch ein Freundschaft die bis heute anhält.

Das ist sowieso etwas was ich von den Falken mitnahm, Freundschaften. Es mag ein Zufall sein das der Gruß der Falken Freundschaft lautet und ich dort Freunde fürs Leben fand. Aber Freundschaft wurde und wird bei den Falken gepflegt, Freundschaft und Solidarität. Aber davon später mehr.

Im Anschluss an das Wochenende wurde ich gefragt ob ich nicht Lust hätte zu den Gruppenstunden der Falken zu kommen, also bin ich, ordentlich von Muttern gekämmt, etwas nervös in die Lessingstraße 11 zu meiner ersten Gruppenstunde. Um es kurz zu machen das Basteln gefiel mir nicht, ist heute noch so, das Singen lag mir nicht und überhaupt. Aber es war da trotzdem etwas was mich dazu bewog meine Mutti zu überzeugen da einzutreten und ab Oktober 1971 war ich Mitglied bei den Falken.

So ging das die ganzen frühen 70er durch, mal ging ich die Gruppenstunden, mal nicht, mal flog ich raus, mal nicht.

Und dann kamen die großen Zeltlager. 3 Wochen. Im Ausland. Mein erstes war in Döbriach 74 am Rande eines IFM Camps. Am Rande eine Internationalen Zeltlagers mit Tausenden Falken aus der ganzen Welt. Das war große Schau, nur wurde ich nach zwei Tagen krank so daß ich zwei Wochen in der Sanistation lag. Aber dort auch international, der Krankenpfleger war aus Wien und an ein Mädchen aus Belgien, sie hieß glaube ich Nicole, erinnere ich mich noch.

Das zweite war Halmstad Schweden 75, auch hier International, Gäste aus Rumänien, Falken aus den Bezirken Mittelfranken und Oberfranken, alles was nicht aus Hof kam war damals für mich International, Schwedische Kussspiele, A rimshimshim oder so, und 25 Stunden Zugfahrt !!, 25 Stunden Zugfahrt ein Traum, Hannover, Hamburg, Kopenhagen und die dann auch noch übers Meer. Spätestens nach diesem Lager war ich Falke aus Überzeugung.

Hier begann für mich auch die Geschichte der Solidarität. Es war Herbert Narr der meiner Mutter sagte „ Frau Thiel, wegen dem Geld ist bei den Falken noch nie jemand zu Hause geblieben.“ Ein Satz dessen Bedeutung oder Tragweite sich mir erst wirklich Jahre später , als ich selber Gruppenhelfer und Ortsverbandsvorsitzender war, erschlossen hat.

Die Jahre vergingen und mit ihnen die Auenseewochenenden, die mit Zeltaufbau um Pfingsten und Schönheitsreparaturen und Zeltabbau im Spätsommer endeten.

Die erste große Liebe fand ich, na wo wohl? In einem Zeltlager, Sommer 3 Wochen, bei den Falken. Die darauffolgenden zwei , jeweils immer großen Lieben, lernte ich dann auf den Winterschulen der Falken kennen.

Es folgte die Zeit der der politischen aktiven Betätigung. Das hieß Diskussionen, Teilnahme an Demonstrationen, Stoppt Strauß , Anti AKW, Friedensbewegung , Aktionen planen, vorbereiten durchführen. Konzerte organisieren, Filmabende machen, Theaterstücke entwerfen und damit in Oberfranken auftreten. Das war damals, wenn ich mit meine Kalender der Zeit so ansehe für mich eine Zeit unter dem Motto „High sein, frei sein, überall dabei sein“. Wobei sich das High darauf bezieht das ich immer das Gefühl hatte im Revolutionären Überschwang ständig was machen zu müssen was die Welt rettet, oder sie zumindest verbessert.

Nach dem Zivildienst, auch eine Entscheidung die maßgeblich von den Falken und Friedensbewegung beeinflusst wurde, dann weiter aktiv im Ortsverband Neustadt bei Coburg, wo ich bis heute lebe. Hier dann jahrelang Gruppenhelfer und Ortsverbandsvorsitzender. Und hier musste ich den Satz „bei den Falken ist noch nie jemand wegen dem Geld zu Hause geblieben“ selbst mit Fleisch füllen und durfte feststellen das er leichter ausgesprochen war, als umgesetzt.

Es folgten Zeltlager in Frankreich und als einzige Gastgruppe 1989 in Polen.

Für die Auslandserfahrung die ich durch und mit den Falken machen durfte bin ich ihnen sehr verbunden. Der Höhepunkt waren in meinem Erwachsenenleben die drei Arbeitsbrigaden in Cuba. Andere Länder die ich durch die Falken kennen gelernt habe sind England, Frankreich, Italien, Tschechoslowakei und Ungarn. Meine aktive Arbeit führte mich in den Bezirksvorstand der Falken, in die Internationale Kommission des Bundesvorstandes der Falken, in den KJR Coburg, in den Stadtverband der Jugendorganisationen Neustadt. In dieser vielfältigen Gremienarbeit habe ich vieles gelernt was mir in meiner Arbeit als Betriebsratsvorsitzender geholfen hat.

Seit Jahren bin ich nicht mehr aktiv bei den Falken, aber immer noch Mitglied und so wird es auch bleiben.

So lieber Ortsverband Hof alles Gute und Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, schön das es Dich gibt.

Freundschaft.

Uwe Thiel

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